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Titel: Kühnbaum-Schmidt: Frauen in leitenden Ämtern bereichern Kirche
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 21.5.2024

Landesbischöfin der Nordkirche predigte in Wien

Wien (epdÖ) – Kristina Kühnbaum-Schmidt ist Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), der knapp 1,8 Millionen Evangelische in 995 Pfarrgemeinden angehören. Am Pfingstsonntag predigte sie in der Lutherischen Stadtkirche in Wien in der Reihe „Was Hirtinnen zu sagen“. Initiiert wurde diese Predigtreihe vom evangelisch-lutherischen Bischof Michael Chalupka, der damit kirchenleitende Frauen vor den Vorhang holen will.

In ihre erste kirchenleitende Position wurde Kristina Kühnbaum-Schmidt 2013 gewählt. Das Amt der Regionalbischöfin übernahm sie damals bereits von einer Frau. Ihre Wahl zur Landesbischöfin der Nordkirche erfolgte 2018 schon im ersten Wahlgang. Dennoch ist der Weg zur Gleichstellung von Frauen in kirchenleitenden Ämtern noch nicht gegangen, „da liegt noch ein Stück des Weges vor uns“, bilanziert Kühnbaum-Schmidt im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. Obwohl in den letzten Jahren in der Evangelischen Kirche in Deutschland mehr Frauen in leitende geistliche Ämter gewählt wurden, betrage der Anteil der Frauen noch lange nicht die Hälfte, „wir sind so etwas wie eine gut qualifizierte Minderheit“. „Der Weg, der noch vor uns liegt, den müssen wir miteinander und einander unterstützend beschreiten“, ist die Bischöfin überzeugt. Leitungsorgane funktionierten immer gut, „wenn Frauen und Männer gemeinsam Verantwortung wahrnehmen“ und man dann erkenne, „wie durchaus unterschiedlich sie das tun und wie gut es uns allen tut“. Wichtig sei – in der Wirtschaft ebenso wie in der Kirche – dass verschiedene Lebenserfahrungshintergründe auch in die Zusammensetzung von Leitungsteams einfließen. Gemischte Teams, auch mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, können, so Kühnbaum-Schmidt, dann unterschiedliche Menschen ansprechen, weil sie breitere Identifikationsmöglichkeiten bieten.

Mentoring und Ermutigung sieht die Bischöfin als wertvolle unterstützende Elemente, um Kandidatinnen für leitende Ämter zu gewinnen, denn das sei trotz aller Fortschritte bei den Besetzungen in den letzten Jahren nach wie vor schwierig. „Traut euch genau mit den Erfahrungen und mit den Kompetenzen, die ihr erworben habt. Ihr werdet gebraucht, und genau die sind wichtig“, sagt Kühnbaum-Schmidt immer wieder potentiellen Kandidatinnen, „bereichert die Kirche dadurch, dass auch im Leitungsamt Frauen präsent sind“. Dabei sei es hilfreich, von allzu perfektionistischen und zu hohen Ansprüchen an sich selbst Abschied zu nehmen, „ich denke immer noch, dass an Frauen höhere Ansprüche gestellt werden als an Männer“. Kandidatinnen für Leitungspositionen möchte die Landesbischöfin die Angst nehmen, Familie und Beruf auch im Leitungsamt zu verbinden. „Es braucht eine gewisse Klarheit und es braucht auch eine Haltung zu sagen, ich möchte auch ein Familienleben haben, das tut Frauen wie Männern gut“, betont Kühnbaum-Schmidt. Hilfreich erweisen sich auch Frauennetzwerke und die gegenseitige Unterstützung.

Unerlässlich sei jedoch, weiß Kühnbaum-Schmidt aus eigener Erfahrung, die Unterstützung in der Partnerschaft. „Unsere Tochter ist jetzt schon erwachsen, aber bei jedem neuen Leitungsamt hat mein Mann meine Schritte unterstützt und durch seine Hilfe ermöglicht, an der neuen Stelle auch als Familie gut anzukommen.“ Das habe etwa konkret bedeutet, „dass mein Mann im ersten Jahr meiner Dienstzeit in der neuen Leitungsverantwortung in seinem Job pausiert hat“, um auch die praktischen Umstellungen, die sich durch die Veränderung und den neuen Ort ergeben, gut zu bewerkstelligen. „In unserer Ehe war uns immer wichtig, dass das Zuständig-Sein für unsere Tochter wirklich eine gemeinsame Verantwortung ist“, erzählt Kühnbaum-Schmidt. „Egal in welcher Partnerschaft man lebt: Dass die Partner:innen die berufliche Veränderung mittragen und natürlich dabei selber auch nicht zu kurz kommen“ sei ganz wesentlich.
Geist von Pfingsten setzt Menschen in BewegungGeist von Pfingsten setzt Menschen in Bewegung

In ihrer Predigt in der Lutherischen Stadtkirche erinnerte die Landesbischöfin an den Geist von Pfingsten, der seit 2000 Jahren als „Geist des Friedens, der Barmherzigkeit und der Liebe“ unterschiedlichste Menschen über alle Grenzen hinweg verbinde. Dieser Geist setze Menschen in Bewegung, äußerlich wie innerlich, stärke sie im Glauben und wirke darauf hin, dass sich Menschen an der Botschaft Jesu orientieren.

„An Pfingsten feiern wir, dass uns die Energie und Kraft des Heiligen Geistes mit Christus und mit Gott verbinden. So, dass wir die Welt sehen mit den Augen Jesu Christi. Mit ihm am Zustand der Welt leiden und uns mit ihm freuen, wenn Nächsten- und Gottesliebe sich durchsetzen gegen Hass und Verblendung“, erklärte die Bischöfin. Wo dieser Geist wirke, „ereignen sich Verständnis füreinander, Aufmerksamkeit und Respekt, Verständigung über so viele Unterschiede und Ängste hinweg. Damit Frieden wird und Gerechtigkeit wächst.“

Der Heilige Geist helfe auch, „klar zu sehen, wie es um uns, unsere Mitgeschöpfe und die Welt bestellt ist“ und dabei zu „erkennen und benennen, was Sünde, Ungerechtigkeit oder Anmaßung ist“. Sich an Gottes Gerechtigkeit zu orientieren, bedeute „barmherzig“ zu sein. Gottes Gerechtigkeit sei „keine penible Kosten-Nutzen-Rechnung, sondern Schenken und Verschenken aus der Fülle seiner Liebe. Einer Fülle, die das Leben wachsen und aufblühen lässt, und in den Mittelpunkt stellt“.

Gottes Geist lasse auch Worte und Taten finden, „um zusammenzustehen gegen menschenverachtende Ideologien und Meinungsmache – so wie wir es gerade in Deutschland erleben, wo Rechtspopulisten und Rechtsextreme mit ihren Themen, mit Hass und Hetze versuchen, den öffentlichen Diskurs zu bestimmen“, sagte Kühnbaum-Schmidt und betonte: „Gut, dass demgegenüber dann auch Christenmenschen klar und entschieden einstehen für Wahrheit und Wahrhaftigkeit, für gewaltfreie Diskurse, für eine offene und vielfältige Gesellschaft, für Menschenrechte und Menschenwürde aller Menschen gleichermaßen.“
Verfasst am: 22.05.24, 08:07
Titel: Evangelische Gemeinden beschäftigen sich in Scharten mit Zukunft der Kirche
Autor: MB
Quelle: www.nachrichten.at vom 15.5.2024

er OÖ. Kirchentag wird am 26. Mai in der ältesten evangelischen Pfarrgemeinde gefeiert.

"Säen auf Hoffnung", unter diesem Motto steht heuer der Evangelische Kirchentag, der am Sonntag, 26. Mai, in Scharten gefeiert wird. "Wir erwarten rund 600 Besucher und werden uns thematisch mit der Zukunft und Entwicklung der Kirche beschäftigen", sagt Alexander Lieberich, seit 2017 Pfarrer der Toleranzgemeinde Scharten. Der gebürtige Burgenländer und Vater von drei Kindern betreut in seiner Pfarrgemeinde 1030 Mitglieder.

Wie bei den Katholiken wird es auch bei den Protestanten schwieriger, die Menschen für den Glauben zu begeistern. "In Scharten haben wir aber eine sehr starke Kerngemeinde und auch einen guten Gottesdienstbesuch mit viel Jugend", sagt Lieberich. Man merke aber schon, "dass es an den Rändern schwieriger wird. Die Verbindlichkeit lässt nach." Deshalb wurde in ganz Österreich das Projekt "Aus dem Evangelium leben" initiiert, bei dem gezielt Ideen umgesetzt werden, die innovativ sind und das Leben in den Pfarrgemeinden fördern sollen. Eines dieser Projekte heißt "Familie im Fokus", bei dem zum Beispiel "Lern-KIWO" in den Sommerferien organisiert werden. Kinder und Jugendliche werden professionell beim Lernen begleitet, um ihnen den Start ins neue Schuljahr zu erleichtern.

Der OÖ. Kirchentag findet einmal im Jahr statt und wird abwechselnd von einer der 34 Pfarrgemeinden organisiert. Scharten ist die älteste evangelische Pfarrgemeinde und eine sogenannte Toleranzgemeinde, die sich nach dem Toleranzpatent von Joseph II. gegründet hat. "Toleranzgemeinde ist sozusagen ein Prädikat, die Gemeinden gelten als sehr stark, lebendig und geschichtsbewusst", sagt der 36-jährige Pfarrer, der in Wien Vikar war.

Am 26. Mai findet um 10 Uhr der Festgottesdienst mit Superintendent Gerold Lehner, der die Festpredigt halten wird, in der Schartner Toleranzkirche statt. Gleichzeitig finden auch ein Jugend- und Kindergottesdienst im Festzelt und Gemeindesaal statt.

Nach dem Mittagessen startet ab 12.30 Uhr ein buntes Programm mit Kreativwerkstatt für Groß und Klein, dem Kindermusical "Mit Jesus an Bord" (13.30 Uhr), das von der Pfarrgemeinde und der Jungschar erarbeitet wurde, einer geführten Wanderung zum Gedenkstein in Forst (14 Uhr) und Kinderprogramm.

Verfasst am: 22.05.24, 07:54