Neuigkeiten Neuigkeiten
Titel: Wien: Evangelische Kirche tauft künftig in Alter Donau
Autor: MB
Quelle: www.orf.at vom 28.5.2024

Die evangelische Kirche in Wien bietet ab sofort Tauffeiern für Erwachsene und Kinder an und in der Donau an. Gespendet wird das Sakrament mit Donauwasser. Das erste evangelische Donautauffest findet am 15. Juni um 11.00 Uhr statt.

Das teilte die evangelische Diözese Wien am Dienstag mit. „Unter dem Motto ‚Das Leben feiern!‘, werden wir Taufe einmal ganz anders erleben – mit Open-Air-Gottesdienst, Musik, Picknick am Strand und den Füßen im Wasser“, heißt es in der Aussendung. Jeder und jede sei zu der Zeremonie im Bundesbad Alte Donau (Arbeiterstrandbadstraße 93) eingeladen, „ob als Täufling, als Gast, mit oder ohne Anhang“.

„Eine Taufe mit Wind im Haar, den Füßen im kühlen Donauwasser und der Sonne im Gesicht. Dieses Setting einer Taufe ist ungewöhnlich, aber Flusstaufen haben bereits in der Bibel Tradition“, so die evangelische Kirche. „Schon Jesus hat sich von Johannes dem Täufer am Jordan taufen lassen.“

Nasse Füße gehören dazu
Organisiert werden die Donautaufen von den evangelischen Pfarrgemeinden an der Donau: Leopoldau, Leopoldstadt, Donaustadt und Floridsdorf. Getauft werde stehend in der Donau; dass dabei die Füße – und wohl auch ein Stück weit der Talar, die Amtskleidung evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer – nass werden, nehme man in Kauf.

Kleine Täuflinge werden dabei von den Eltern oder der Patin oder dem Paten gehalten. Aber nicht nur Kleinkinder könnten für eine „Donautaufe“ angemeldet werden – auch Jugendliche oder spät entschlossene Erwachsene seien zur Taufe herzlich willkommen. Im Anschluss könne die Feiergemeinde an der Alten Donau verbleiben und es sich etwa auf Picknickdecken gemütlich machen, den Tag genießen und in der Alten Donau schwimmen und planschen.

Eine Premiere
Bei dem „Donautauffest“ der evangelischen Kirche in Wien handelt es sich um eine Premiere. „Niederschwellig, unkonventionell und naturverbunden“ richte sich das Fest besonders auch an die Menschen, die mit einem Kirchenraum und „strenger Liturgie“ nicht so vertraut seien, sich trotzdem aber für eine Taufe begeistern, so die Intention der Organisationen.

Wie bei jeder Taufe, so gehe es aber auch bei der Donautaufe darum, sich Gottes Segen für den Lebensweg zusprechen zu lassen. „Es geht um Gottes ‚Ja‘ zu jeder und jedem einzelnen von uns. Ein ‚Ja‘, das uns ein Leben lang begleitet“, so die Organisatoren abschließend.

red, religion.ORF.at/KAP
Verfasst am: 03.06.24, 07:49
Titel: as Fest der religiöser Minderheiten und Kulturen: "... wie ein Familienfest"
Autor: MB
Quelle: www.evang-wien.at vom 27.5.2024

Kirchen und Religionsgemeinschaften stellen sich vor

Am Sonntag, den 26. Mai 2024 von 14:30 bis 21:00 Uhr fand im Arkadenhof der Universität Wien das Fest der religiösen Minderheiten und Kulturen statt. Eingeladen haben die Alevitische Glaubensgemeinschaft, die Altkatholische Kirche, die Buddhistische Religionsgesellschaft, die Evangelischen Kirchen (A.B., H.B., methodistisch), die Freikirchen in Österreich und die Islamische Glaubensgemeinschaft in Kooperation mit dem Ökumenischen Jugendrat Österreichs.

Kirchen und Religionsgemeinschaften stellen sich vor
An den verschiedenen Ständen der Kirchen und Religionsgemeinschaften, die liebevoll gestaltet waren, wurde deutlich, dass der jeweilige Mensch im Mittelpunkt stand. Die Begegnung war am wichtigsten. „Einfach nur so“ konnten Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen miteinander ins Gespräch kommen. Diese besondere Einladung wurde sehr gern angenommen. Für die Kinder gab es ein buntes Kinderprogramm und zur Feststimmung trug auch das multikulturelle Buffet bei.

Bürgermeister Dr. Michael Ludwig hat die Schirmherrschaft für das Fest übernommen. Es gibt das friedliche Miteinander der Religionsgruppen. Gewährleistet wird dieses durch das prinzipiell religionsfreundliche System der gesetzlichen Anerkennung von Religionsgemeinschaften, welche verbunden ist mit Rechten aber auch mit Pflichten.

Religionsunterricht und konfessionelle Schulen: Vertreter*innen im Podiumsgespräch

Im Gespräch mit einigen Bildungsverantwortlichen wurde deutlich, dass es an vielen konfessionellen Schulen herausragende Initiativen zur Friedensbildung, zum Demokratieverständnis und zur Beschäftigung mit den Menschenrechten gibt. Das Interview führte Anita Kapeller mit der Direktorin der evangelischen Volksschule am Karlsplatz Susanne Kleeber, mit der Direktorin der altkatholischen Volksschule Marchtrenk Andrea Märzinger, mit Schulamtsleiter Armin Wunderli der Freikirchlichen Kirchen, mit der Direktorin der islamischen Volks- und Mittelschule Florian Hedorfer Straße Angela Himsl und der Vertreterin des Alevitisches Schulamt Nurten Kalayci.

Geboten wurde auch sehr viel Musik. Beeindruckend waren die 80 Kinder der evangelischen Volksschule am Karlsplatz, die das Fest musikalisch eröffneten. Nach den Grußworten des Wiener Vizebürgermeisters, die vom Abgeordneten des Wiener Landtags und Gemeinderats Jörg Konrad überbracht wurden, war eine Performance der altkatholischen Volksschule Triangel Marchtrenk zu sehen. Musikalisch abgerundet wurde das Fest durch das Ensemble der Rahmi Oruc Tekke, dem Hang-Spieler Wolfgang Wehner und dem Gospel project.

Interreligiöses Podium

Am Podium trafen sich unter der Moderation von Astrid Mattes die Vertreter:innen der Wiener Kirchen und Religionsgemeinschaften: Superintendent Matthias Geist (evang. A.B.), Bischöfin Maria Kubin (altkath.), Vorsitzender Franz Gollatz (freik.), Willy Weisz (IKG), Carla Amina Baghajati (islam.), Generalsekretär Johannes Kronika (buddh.) und Yeliz Luczensky (alevi.). Eine der drei Fragen drehte sich darum, ob interreligiöse Begegnung nur ein „interreligiöses Elitenprojekt“ sei. Einig waren sich alle, dass das Vermitteln des Wissens über Religionen, „auch in der Nachbarschaft“ (Kubin) und das Vertraut-machen mit den eigenen Wurzeln, die dann zu einer jeweils eigenen Entscheidung führen können, besonders wichtig ist. Interreligiöser Dialog lebt das „gute Miteinander vor“ (Kronika). Er ist „unverzichtbar, paradox und anstrengend“ (Geist), aber so wichtig, weil nach außen sichtbar wird, dass wir „miteinander reden können, ohne den anderen vom eigenen Glauben überzeugen zu wollen“ (Weisz). Als Feedback war zu hören: „das sollte es öfter geben, es ist wie ein Familienfest“ (Baghajati). So wird deutlich, dass „Religionen zum guten Miteinander beitragen“ (Gollatz) und es wichtig ist, „Gutes zu tun und darüber zu reden“ (Luczensky).

Den Abschluss dieses besonderen Festes bildete Musik mit Dilara Caman, Duru Berca Gül, Seher Gün und Hüseyin Orhan. Ein Friedensimpuls, der die Besucher:innen noch einmal im Kreis zusammenkommen ließ, beendete das Fest der religiösen Minderheiten und Kulturen.

Text: Katja Eichler, sie ist evangelische Fachinspektorin
Verfasst am: 03.06.24, 07:47