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Titel: Europa-Staatspreis für Toleranzgespräche
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 8.5.2024

Dialogveranstaltung in Fresach maßgeblicher Beitrag zur europäischen Verständigung

Wien (epdÖ) – Das Kärntner Bergdorf Fresach hat mit den Europäischen Toleranzgesprächen den Europa-Staatspreis 2024 in der Kategorie „Europa in der Gemeinde“ gewonnen. Bürgermeister Gerhard Altziebler und das Organisationsteam des „Denk.Raum.Fresach“ (DRF) nahmen die Auszeichnung am Dienstag, 7. Mai, in Wien von Europaministerin Karoline Edtstadler entgegen. „Für uns ist das eine besondere Würdigung“, sagte Wilfried Seywald von der Denkwerkstatt, „wir haben uns von Beginn an bemüht, Europa erlebbar zu machen“.

Seit über 50 Jahren ist Fresach Heimat für Wissenschaft und Schrifttum, mit der Internationalen Schriftstellertagung (1972-1996) schrieb das Dorf im Ost-West-Dialog Literaturgeschichte. 2011 setzte sich der Ort mit der Landesausstellung „Glaubwürdig bleiben – 500 Jahre protestantisches Abenteuer“ und dem evangelischen Toleranzmuseum ein Wissens- und Architektur-Denkmal. Die seit 2015 organisierten Toleranzgespräche knüpfen an diese Tradition an und führen den europäischen Einigungsgedanken mit einem eigenen Nord-Süd-Dialog fort.

Fresach trage mit den Europäischen Toleranzgesprächen maßgeblich zur Erreichung der gemeinsamen Ziele der europäischen Verständigung und der Stärkung des Europabewusstseins bei, so die Begründung der Fachjury, die sich aus Landjugend Österreich (Valentina Gutkas), Gemeindebund (Walter Leiss), dem Magazin „Kommunal“ (Hans Braun), dem Fachmagazin „public“ (Barbara Rauhofer) und der EU-Gemeinderätin Carmen Kiefer zusammensetzte. „Mit unserer klaren Entscheidung holen wir ein außerordentliches Projekt vor den Vorhang“, so Valentina Gutkas.

Der Europa-Staatspreis prämiert die besten Projekte und Initiativen in 5 Kategorien: Europa in der Gemeinde, Europa in der Bildung, Europa in Kunst & Kultur, Grenzenloses Europa, Europa erklären. Er wurde 2015 von der Bundesregierung anlässlich der 20-jährigen Mitgliedschaft Österreichs in der Europäischen Union geschaffen und 2024 zum achten Mal vergeben. Detaillierte Informationen hier
Die Europäischen Toleranzgespräche

Die Europäischen Toleranzgespräche finden seit 2015 alljährlich zu Pfingsten statt und behandeln gesellschaftliche Entwicklungen und politische Bildung zu Fragen der sozialen Integration, Demokratie und Menschenrechte. 2024 befassen sie sich mit der Frage „Wahrheit – Was ist wirklich?“ und den zunehmenden Versuchen, die öffentliche Meinung mit „Fake News“ und KI-gesteuerter Desinformation zu manipulieren. Die Gespräche werden vom Land Kärnten, der Stadt Villach und der Evangelischen Kirche sowie der Kunstsektion im Bundeskanzleramt maßgeblich unterstützt.
Verfasst am: 13.05.24, 08:34
Titel: Diakonie will flächendeckend Community Nurses in der Pflege
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 7.5.2024

Moser: „Menschen fühlen sich in Pflege-Fragen allein gelassen“

Wien (epdÖ) – Die Diakonie fordert anlässlich des Tags der Pflege am 12. Mai den flächendeckenden Ausbau des 2022 gestarteten Modells der „Community Nurses“. In einem ersten Schritt soll die Zahl der derzeit 270 Community Nurses auf 550 aufgestockt werden, erklärte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser bei einer Pressekonferenz am 7. Mai in Wien. Aufgrund der demografischen Entwicklung müssten zudem die Pflegeleistungen auf mehr Schultern verteilt und zwischen den Geschlechtern gerechter aufgeteilt werden. Darüber hinaus sei es erforderlich, die Community Nurses zu Pflegelots:innen weiterzuentwickeln.

Die vor rund zwei Jahren gestarteten Community Nurses sind diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, das sich in den Gemeinden primär um Gesundheitsprävention und -förderung kümmert und niederschwellig, regional, wohnortnah und bedarfsorientiert pflegerische Unterstützung anbietet. Auch andere Berufsgruppen wie Sozialarbeiter:innen und Psycholog:innen sollen zu Community Nurses werden und mit dem Pflegepersonal zusammenarbeiten.

„Die Pflegelandschaft ist kompliziert. Pflegelotsen helfen Menschen mit Pflegebedarf und ihren Angehörigen, sich zurechtzufinden. Und sie müssen eine Rolle bei der so genannten Bedarfsplanung bekommen. Denn sie wissen, was die Menschen vor Ort brauchen“, unterstrich Moser. Dabei verwies die Diakonie-Direktorin auf die positiven Erfahrungen der Diakonie mit 30 Community Nurses in acht Regionen Österreichs. „Dieses erfolgreiche Angebot sollte dringend flächendeckend ausgebaut werden“, sagte Moser.

Laut einer aktuellen Market-Umfrage meinen lediglich 21% der österreichischen Bevölkerung, dass die Unterstützung für Menschen mit Pflegebedarf ausreicht. Über drei Viertel der Befragten sagen, gute Pflege und Betreuung sei in Österreich nicht für jeden leistbar. „Das ist ein alarmierender Befund. Die Menschen fühlen sich in Pflege-Fragen allein gelassen“, betonte Moser. Es brauche auch Bewusstsein für die soziale Seite der Pflege. „Pflege ist mehr als warm, satt und sauber“, so die Diakonie-Direktorin.

Die Pflegereform sei „stecken geblieben“, kritisierte Moser. Zwar wurden Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel gesetzt – was wichtig und richtig gewesen sei – und auch einige kleinere Maßnahmen für pflegende Angehörige. Allerdings sei dies „nur die halbe Miete“, befand Moser. Es fehle der Ausbau und die Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten wie Alltagsbegleitung, leistbare mehrstündige Tagesbetreuung, Tageszentren, Besuchsdienste oder die Betreuung nur in der Nacht.

Derzeit würden rund 40 Prozent des Pflege-Gesamtaufwands von privaten Haushalten gestemmt. Laut der Diakonie betreffe Pflege aktuell 1,5 Millionen Menschen in Österreich – entweder, weil sie selbst auf Pflege und Betreuung angewiesen sind, oder weil sie pflegende Angehörige sind. Bei der Zukunft der Pflege müsse man sich aufgrund der demografischen Entwicklung etwas überlegen, forderte auch WIFO-Pflegeexpertin Ulrike Famira-Mühlberger.
Verfasst am: 13.05.24, 08:34