Sonntagsgruß 1. Advent
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BIBELTEXTE

Freu dich, du Zionsstadt! Jubelt laut, ihr Bewohner Jerusalems! Seht, euer König kommt zu euch! Er bringt Gerechtigkeit, Gott steht ihm zur Seite. Demütig ist er vor seinem Gott. Er reitet auf einem Esel. (Sacharja 9,9)
Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf. Denn ein Kind ist geboren, ein König ist uns geschenkt. (Jesaja 9,1.5)


GEDANKEN

In der Zeit, in die Jesus hineingeboren wurde, da haben die Menschen auf einen König gewartet, der von Gott kommt. Auf einen Herrscher, der auf Gott hört. Der nicht Krieg führt, sondern Frieden macht. Der nicht unterdrückt, nicht ausbeutet, nicht korrupt ist und nicht machtgierig, sondern der so regiert, dass es den Menschen gut geht. Ja, solche Regierende bräuchte die Welt, auch heute!

Und dann kam Jesus. Kein König, sondern ein Geschichtenerzähler und ein Heiler. Politische Erwartungen hat er enttäuscht: Die Römer herrschten weiterhin. Die Armen sind arm geblieben. Aber viele wurden gesund. Und vielen hat Jesus Hoffnung gegeben. Und Freude! In seinem Leben und weit darüber hinaus! Und manche meinten: „Er ist ein König, aber ganz anders als erwartet!“

Jesus selbst hat nicht gesagt: „Ich bin König.“ Aber in seinen Geschichten hat er vom Königreich des Himmels erzählt! Von der Königsherrschaft Gottes. Denn darum ging es Jesus! Nicht dass er herrscht, sondern, dass das geschieht, was Gottes Wille ist. Denn da ist das Himmelreich!

Jesus war kein König, jedenfalls kein irdischer. Aber er hatte Macht – Macht, das Himmelreich auf die Erde zu bringen, mit dem, was er konnte. Wir haben auch Macht – jede und jeder von uns. Nicht viel vielleicht, aber doch. Macht, etwas zu tun, damit ein wenig mehr Himmel auf der Erde erfahrbar wird.

Advent ist Erwartung.
Erwarten wir doch wieder mehr von den Menschen!
Von den Kindern, die unsere Zukunft sind.
Von den Jungen, die die Welt verbessern und retten wollen.
Von den Arbeitenden, die ihren Job gut machen.
Von den Alten, die noch immer etwas zu geben haben.
Von den Träumenden und Hoffenden und Betenden.
Erwarten wir doch wieder mehr von den Menschen!
Denn er war ein einfacher Mensch, der König, den wir
zu Weihnachten feiern. Ein Kind!

Pfarrerin Anneliese Peterson

Zuletzt bearbeitet am: 24.11.22, 16:47
Geschrieben von: anpe
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