Sonntagsgruß 22.1.
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BIBELTEXT aus dem Römerbrief, Kapitel 1, 13-17

Paulus schreibt an die Römer:

Ich will euch aber nicht verschweigen, Brüder und Schwestern, dass ich mir oft vorgenommen habe, zu euch zu kommen – wurde aber bisher gehindert –, damit ich auch unter euch Frucht schaffe wie unter andern Heiden.
Griechen und Nichtgriechen, Weisen und Nichtweisen bin ich es schuldig; darum, soviel an mir liegt, bin ich willens, auch euch in Rom das Evangelium zu predigen.
Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit Gottes, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«


GEDANKEN

Von der Gerechtigkeit Gottes redet Paulus, und er möchte, er muss diese Botschaft allen weitersagen! Alle sollen es erfahren auf dem ganzen bewohnten Erdkreis. Aber – was ist Gerechtigkeit?

Kinder sagen: Jeder muss gleich viel bekommen. Niemand darf bevorzugt werden. Und Versprechen müssen gehalten werden.

Eine Frau sagte kürzlich: Gerechtigkeit ist, wenn man einem Menschen gerecht wird.

Im Hebräischen meint das Wort, das wir mit „Gerechtigkeit“ über-setzen, weniger „Gleichbehandlung“, sondern eher „Gemeinschafts-sinn“ und „Loyalität“. Ein Gerechter ist in der Bibel einer, der das Rechte tut. Der sich an Gottes Recht hält – der die Schwachen unterstützt, die Unterdrückten befreit, den Leidenden hilft. Und auch Gottes Gerechtigkeit ist Loyalität. Das Gott seine Verheißungen erfüllt, seine Versprechen hält. Und davon erzählt die Bibel von Anfang an. Dass Gott verspricht von Unterdrückung zu befreien, Leben zu schenken, guten Grund für ein gutes Leben zu geben. Und dass Gott es tut!

Paulus glaubt an Gottes Gerechtigkeit, an Gottes Loyalität, an Gottes Zuwendung und Liebe zu den Menschen, weil er sie mehr als in allem im gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus erkennt. Die unermessliche Liebe Gottes zu den Menschen - zu allen Menschen! Das ist die Botschaft, die alle hören sollen!

Und es genügt nicht, sie zu hören. Die Liebe muss man spüren, damit man ihr vertrauen kann. Die Liebe muss man leben, damit sie geglaubt werden kann. Aber sie ist eine Sprache, die jeder versteht – der Gebildete und der Ungebildete, Menschen jeder Religion, Menschen auf der ganzen Welt.

Die Liebe ist die gute und starke Nachricht, die retten kann und glücklich macht. Und sie beginnt mit dem Glauben – sich geliebt zu wissen und zu empfinden. Ganz und gar. Sich lieben lassen! Und lieben lernen und üben. Denn in der Liebe – und nur in der Liebe – werden wir den Menschen wirklich gerecht.

Pfarrerin Anneliese Peterson

Zuletzt bearbeitet am: 20.01.23, 15:06
Geschrieben von: anpe
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