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Titel: Rufe nach Frieden in der Ukraine bei Ökumene-Empfang in Salzburg
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 18.1.2023

Erzbischof Lackner: „Gemeinsamer Einsatz für den Frieden“ – Evangelische Theologin Harasta gibt Denkanstöße aus jüngster Weltkirchenrat-Vollversammlung


Salzburg (epdÖ) – Im Zeichen von Rufen nach Frieden in der Ukraine und anderen Konfliktregionen weltweit stand der diesjährige Ökumene-Empfang mit Salzburgs Erzbischof Franz Lackner. „Unser gemeinsamer Einsatz als Christen kann nur dem Frieden gelten – denn Christus ist der Fürst des Friedens“, sagte Lackner am Freitagabend, 13. Jänner, im Kardinal-Schwarzenberg-Haus. Der Einladung der Stiftung „Pro Oriente“ zum traditionellen Ökumenischen Empfang im Vorfeld der Gebetswoche für die Einheit der Christen (18. bis 25. Jänner) folgten zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen in Salzburg sowie des öffentlichen Lebens. Die evangelische Theologin Eva Harasta sprach im zentralen Impulsreferat über Denkanstöße für die Kirchen Österreichs aus der jüngsten Vollversammlung des Weltkirchenrats.

Erzbischof Lackner blickte in seinen einleitenden Worten auf die ökumenischen Ereignisse des vergangenen Jahres zurück. Dabei erinnerte er unter anderem an seine Reise in die kriegsgeplagte Ukraine und seinen Besuch beim Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios. „In der Göttlichen Liturgie in Lemberg hörten wir immer wieder den Ruf ‚Friede allen!‘, während draußen die Sirenen den Raketenalarm verkündeten“, berichtete der Salzburger Erzbischof. Den Ökumenischen Patriarchen nannte er einen „Brückenbauer des Friedens“, mit dem man sich im Gebet um Frieden und die Einheit unter den Christen verbunden wisse. Den Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen dankte Lackner auch für die Kondolenzschreiben zum Tod von Benedikt XVI. und lud zur Teilnahme an einem Gottesdienst für den am Silvestertag verstorbenen emeritierten Papst am 31. Jänner (19.30 Uhr) im Salzburger Dom ein.

Pfarrerin Eva Harasta berichtete in ihrem Impulsreferat über die Arbeit des weltweiten Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der im vergangenen September in Karlsruhe zu seiner 11. Vollversammlung zusammengetreten war. Die Theologische Referentin von Bischof Michael Chalupka ging dabei insbesondere auf die Schwerpunkte Klimakrise und Ukrainekrieg ein. Der Weltkirchenrat habe sich dafür ausgesprochen, dass die Mitgliedskirchen von den jeweiligen Regierungen ein entschiedenes Handeln gegen die Erderwärmung einmahnen. Darüber hinaus rief der Weltkirchenrat die „Ökumenische Dekade der Buße und des praktischen Eintretens für einen gerechten und blühenden Planeten“ aus.

Ebenso setze sich der Weltkirchenrat für ein Ende des Kriegs in der Ukraine und die Wahrung der Menschenrechte ein. Die russisch-orthodoxe Delegation bei der ÖRK-Vollversammlung habe eine entsprechende Erklärung in Karlsruhe zwar erwartungsgemäß kritisiert, aber nicht zu Fall gebracht, so Harasta. Auch Stimmen aus der Ukraine konnten sich bei der Vollversammlung eindrücklich einbringen, obwohl derzeit keine ukrainische Kirche Mitglied im Weltkirchenrat ist.

Prof. Dietmar Winkler, Vorsitzender der Salzburg-Sektion von Pro Oriente, konnte beim Ökumenischen Empfang neben Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf u.a. auch den emeritierten Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, den serbisch-orthodoxen Bischof Andrej Cilderdzic, den evangelisch-lutherischen Superintendenten Olivier Dantine, Superintendentialkurator Christiaan van den Berge, Pfarrerin Dorothee Büürma von der Evangelisch-methodistischen Kirche, den altkatholischen Generalvikar Martin Eisenbraun und Vertreter aus Pfingst- sowie Baptistengemeinden begrüßen.
Verfasst am: 20.01.23, 07:23
Titel: Sozialminister und NGOs präsentieren Ausweitung des Wohnschirms auf Energiekosten
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 18.1.2023

Caritas und Diakonie helfen bei Ansuchen zur staatlichen Unterstützung

Wien (epdÖ) – Eine halbe Millionen Menschen in Österreich können aktuell ihre Wohnung nicht angemessen beheizen. Um dem entgegenzusteuern, hat Sozialminister Johannes Rauch am Montag, 16. Jänner, in Wien gemeinsam mit den Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie, Volkshilfe und Rotes Kreuz die Ausweitung des 2022 eingerichteten Wohnschirms auf Energiekosten bekannt gegeben. Dieser soll künftig auch bei Problemen bei der Bezahlung von Energiekosten aushelfen. Dazu soll der Wohnschirm 2023 und 2024 auf insgesamt 134 Millionen Euro aufgestockt werden. Angesucht werden kann um Hilfe in über 100 Einrichtungen der Caritas, Diakonie, Volkshilfe und des Roten Kreuzes.

„Der Sozialstaat steht vor großen Herausforderungen, alle spüren das, aber Menschen im unteren Einkommensdrittel ganz besonders“, betonte Sozialminister Rauch bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern der Hilfsorganisationen. Ziel sei es, Hilfe für alle zu bieten, die sie brauchen. „In den kommenden Monaten werden viele mit hohen Nachzahlungen konfrontiert sein, auch die Vorauszahlungen bei Strom und Gas werden erheblich steigen“, zeigte sich der Minister überzeugt. Sowohl die Übernahme von Rückständen als auch die Unterstützung bei laufenden Kosten und Vorauszahlungen sei möglich. Anspruchsberechtigt sei grundsätzlich jeder und jede aus dem unteren Einkommensdrittel.

„Wohnen und Energie sind Grundbedürfnisse und somit eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“, stellte die Direktorin der Diakonie, Maria Katharina Moser, klar. Der Energieschirm sei deswegen ein Schritt in die richtige Richtung und könne Schlimmeres verhindern. Gleichzeitig gelte es, die Maßnahme im Kontext zu sehen und nicht den Fehler zu begehen, zu denken, wenn alle durch die Inflation aufgerissenen „Lücken“ gefüllt seien, sei „alles Okay“. Vielmehr brauche es dringend auch eine Reform der Sozialhilfe und die Erhöhung der Wohnbeihilfe, mahnte die Diakonie-Direktorin an.

Die Generalsekretärin der Caritas Österreich, Anna Parr, verwies darauf, dass die Schlangen vor den Caritas-Sozialberatungsstellen immer länger würden. Die Armut dringe immer mehr in die Mittelschicht vor. Klar müsse aber sein, „Energie darf kein Luxusgut sein oder werden, denn eine geheizte Wohnung ist Grundvoraussetzung für ein gelingendes Lebens“, so die Generalsekretärin. Die Erweiterung des Wohnschirms mit Energie sei deshalb eine wichtige Maßnahme und für viele Menschen „ein Rettungsanker, der sie in dieser Krise nochmals aufatmen lässt“.

Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe, berichtete, dass seine Organisation im Vergleich zum Vorjahr aktuell allein in Wien fast 50 Prozent mehr Erstberatungen durchführe. Besonders betroffen seien Alleinerziehende und ihre Kinder. Eine rasche, niederschwellige Hilfe, wie durch den Energieschirm, sei deswegen besonders wichtig.

Die aktuelle Lage zeige auf, wie zerbrechlich die Versorgung mit dem Nötigsten sei, betonte Rotes-Kreuz-Generalsekretär Michael Opriesnig. In die Beratung beim Roten Kreuz kämen etwa Mütter, die ihre Kinder zum Duschen zu den Nachbarn schicken müssten, weil bei ihnen das warme Wasser abgedreht wurde. „Das dürfen wir in Österreich nicht hinnehmen, wir müssen dafür sorgen, dass alle Menschen in Würde leben können“, so Opriesnig.

Minister Rauch dankte abschließend allen Organisationen, die dazu beitragen, dass in Österreich niemand frieren müsse. Er wolle alle, die es brauchen, ausdrücklich dazu ermutigen, die Beratungsleistungen der Hilfsorganisationen in Anspruch zu nehmen.


www.wohnschirm.at
Verfasst am: 20.01.23, 07:22