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Titel: Evangelische Pfarrgemeinden präsentieren Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 18.1.2023

Zehn Videos aus ganz Österreich jetzt auf YouTube zu sehen

Wien (epdÖ) – Viele evangelische Pfarrgemeinden engagieren sich im Bereich Klima- und Umweltschutz. Unter dem Titel „Gelebter Klima- und Umweltschutz“ wurden in den letzten Wochen konkrete Beispiele auf dem YouTube-Kanal der Evangelischen Kirche (evang.at/youtube) veröffentlicht. Die etwa zweiminütigen Videos präsentieren aktuelle Maßnahmen und weitere Ideen für die Zukunft. Das Klima zu schützen sei eine riesige Aufgabe, unterstreicht Marie-Christine Mattner, Klimaschutzreferentin der Evangelischen Kirche in Österreich. Dazu brauche es Momente, „an denen man innehält und sich bewusst macht, was schon alles für den Klimaschutz passiert ist. Nicht um stehen zu bleiben, sondern um mit neuem Schwung und Mut weiterzumachen!“ Entstanden im „Jahr der Schöpfung 2022“ finden sich in den Beiträgen zahlreiche Anregungen für andere Pfarrgemeinden, auch im neuen Jahr 2023 und darüber hinaus im Bereich Schöpfungsverantwortung aktiv zu werden. „Jedes Projekt ist anders – aber ohne Frage ein wichtiger Teil im großen, gemeinsamen Klimaschutzpuzzle“, heißt es dazu in der Projektbeschreibung.
PV-Anlage, Reinigungsaktion, Lebensmittelrettung, LED-Lampen …

Im Video der Pfarrgemeinde Korneuburg präsentiert Presbyter und Pfarrer im Ehrenamt Markus Öhler die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Pfarrhauses. Außerdem weist er auf die Abwicklung über ein Beteiligungsmodell über die Firma „eFriends“ hin. Ein Angebot, das z.B. von der reformierten Zwinglikirche Wien-West genutzt wird, wie der dortige Kurator Hubertus Hecht in einem weiteren Video erzählt.

Pfarrerin Ulrike Swoboda von der Christuskirche in Innsbruck wiederum beschreibt eine Müll-Reinigungsaktion am Inn. Eine engagierte Gruppe von Personen hat das Ufer von Plastikflaschen und anderem Mist gesäubert. Ein Stück weiter westlich, in Dornbirn, setzt sich Pfarrer Michael Meyer persönlich für klimaschonende Mobilität ein. Im Jahr 2022 hat er seine Dienstfahrten – immerhin 1.500 Kilometer – zum Großteil mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Das Video der Pfarrgemeinde Wien-Neubau berichtet von Diskussionsformaten mit den „Scientists for Future“. Angeboten wurden mehrere Workshops mit klimaschutzrelevanten Themen und eine gemeinsame Veranstaltung im Rahmen eines Schöpfungsgottesdienstes, wie Johannes Tintner-Olifier, Schöpfungsbotschafter der Evangelischen Kirche Wien, betont. Die Pfarrgemeinde Gröbming in der Steiermark indes engagiert sich im Bereich Lebensmittelrettung. Kurator-Stellvertreter Reinhard Getzlaff erklärt, dass zwei Mal pro Woche abgelaufene und von Supermärkten gespendete Lebensmittel „fair-teilt“ werden.
Bewahrung der Schöpfung von Dornbirn im Westen bis Weppersdorf im Osten

Pfarrer Jan Magyar von der Pfarrgemeinde Bruck a.d. Leitha und die ehemalige Kuratorin Christine Wogowitsch berichten in ihrem Video von einer Veranstaltung im Rahmen der Mobilitätswoche. Hier wurde nicht nur die klimaschonende Mobilität thematisiert, sondern auch ein Imker-Workshop angeboten. Die Kärntner Pfarrgemeinde Zlan wiederum hat ihr Heizsystem von Flüssiggas auf Hackschnitzel umgestellt. Eine zukunftsweisende Maßnahme, die Kurator Jakob Kircher nur weiterempfehlen kann.

Ein im wahrsten Sinne des Wortes erhellendes Projekt wurde in der Pfarrgemeinde Wien-Gumpendorf verwirklicht: Statt stromfressender alter Halogenscheinwerfer beleuchten nun LED-Lampen die Kirche innen und außen, wie Pfarrer Michael Bickelhaupt erläutert. Pfarrer Stefan Grauwald aus Weppersdorf im Burgenland kommt auf zwei alte Linden vor der Kirche zu sprechen, die Naturdenkmäler geworden sind, und gibt seine Erfahrungen mit klimaschonender Mobilität in der Pfarrgemeinde und dem Umbau der Gasheizung weiter.

Klimaschutzreferentin Marie-Christine Mattner zeigt sich dankbar über die vielfältigen Beispiele für Umwelt- und Klimaschutz. „Es ist eine Freude zu sehen, was bereits alles in den evangelischen Pfarrgemeinden passiert und umgesetzt wird.“ Indem man dieses Engagement durch die Videos auf YouTube sichtbarer mache, „können andere Menschen und man selbst ermutigt und inspiriert werden, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen“.

Die Kurzvideos zu den einzelnen Projekten finden Sie hier.
Verfasst am: 20.01.23, 07:21
Titel: Katholische Kirche verzeichnet Rekord bei Austritten
Autor: MB
Quelle: www.kurier.at vom 11.1.2023

90.808 Personen verließen Glaubensgemeinschaft. Bekenntnislose in Österreich zweitgrößte Gruppe.

Die Zahl der Kirchenaustritte in Österreich ist auf einem neuen Rekordhoch: 90.808 Personen haben 2022 die katholische Kirche verlassen, besagt die am Mittwoch veröffentlichte Kirchenstatistik. Damit haben im vergangenen Jahr mehr Menschen die Kirche verlassen als 2010 mit 85.960.

Einen einzelnen ausschlaggebenden Grund für die vielen Austritte scheint es nicht zu geben. Die Zahl der Katholiken schrumpfte gegenüber dem Vorjahr von 4,83 Mio. auf 4,73 Mio. (1,96 Prozent).

Abwanderung von der katholischen Kirche setzt sich fort

Bereits im vergangenen Jahr war die Zahl der Kirchenaustritte mit 72.222 relativ hoch und stellte damals den zweithöchsten Wert hinter jenem im Jahr 2010 dar, als viele Menschen nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen der Kirche den Rücken gekehrt hatten. "Für die aktuell hohen Austrittszahlen dürfte bei vielen Menschen eine Distanz zur Kirche ausschlaggebend sein, die durch die Pandemie in den vergangenen Jahren größer geworden ist", analysierte Kathpress die aktuelle Entwicklung.

Laut Angaben aus den Diözesen sei dieser Trend im letzten Jahr durch die angespannte wirtschaftliche Gesamtlage noch verstärkt worden. Dies, obwohl die Diözesen etwa wegen der Coronapandemie den Menschen bei der Einziehung des Kirchenbeitrages entgegengekommen waren. Ärger unter manchen Mitgliedern gab es in den vergangenen Jahren auch über die von der Kirche gesetzten Coronamaßnahmen, die aber nicht strenger waren als in anderen Bereichen.

Auch die Mitgliederanzahl in der evangelischen Kirche sinkt. Geschuldet ist dies der Säkularisierung, die vor allem in Europa ein allgemeines Phänomen darstellt. Allerdings gibt es auch Religionsgemeinschaften, die – vor allem durch Zuzug – ständig wachsen, allen voran die Muslime und Orthodoxen. Die zweitgrößte Gruppe stellen in Österreich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung die Bekenntnislosen dar.

Schwierige Datenlage bei Religionszugehörigkeit

Zahlen zur Größe der Religionsgemeinschaften sind immer schwerer zu erheben. Wurde bis 2001 das Bekenntnis noch bei der Volkszählung erhoben, fiel dieses Merkmal im Rahmen des Zensus danach weg. 2021 führte Statistik Austria im Auftrag des Bundeskanzleramts eine freiwillige Erhebung über "Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten" durch. Zusätzlich werden noch die Zahl der Austritte sowie der Aufnahmen bzw. Wiederaufnahmen unter den kirchenbeitragspflichtigen Religionsgemeinschaften in Österreich (römisch-katholisch, evangelisch A.B. und H.B., Altkatholiken) dokumentiert.

Wie die Bischofskonferenz am Mittwoch veröffentlichte, gab es im Jahr 2021 - es handelt sich um bereinigte Zahlen - 4,83 Mio. Katholiken. Bei einer Gesamtbevölkerung von 8,94 Mio. in diesem Jahr entspricht das 54 Prozent. Dem gegenüber stehen rund 2 Mio. Menschen ohne Bekenntnis, was 22,4 Prozent entspricht. Zum Vergleich: 1971 waren noch 87,4 Prozent römisch-katholisch und 4,3 Prozent bekenntnislos. Die Ursachen sind vielfältig. Vor allem nach diversen Missbrauchsaffären verlor die Kirche massenweise Mitglieder, aber auch der wachsende Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg trieb die Säkularisierung unter anderem an.

Erfassung von Muslimen schwierig in Österreich

Auch immer weniger Protestanten gibt es in Österreich. 2021 gab es 340.000 Evangelische (3,8 Prozent) - sowohl Lutheraner als auch Reformierte - in Österreich. 50 Jahre davor waren es noch 447.100 was damals sechs Prozent der Gesamtbevölkerung entsprach. Von den Orthodoxen Kirchen weiß man über die Entwicklung nicht besonders viel, fehlen bis zur Jahrtausendwende doch valide Vergleichswerte. Seit 2001 wuchsen die Gemeinschaften doch von rund 180.000 auf rund 437.000 im Jahr 2021 bzw. von 2,2 auf 4,9 Prozent. Um fast zwei Drittel geschrumpft sind in diesem Zeitraum die Altkatholiken, die nun 0,1 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Schwierig ist auch die Erfassung der Muslime in Österreich, die ja keine "Kirche" darstellen, sondern die nur zum Teil über Moscheenvereine in der Islamischen Glaubensgemeinschaft erfasst sind, deren genaue Zahl kann aber aktuell nur geschätzt werden. Laut der Erhebung 2021 gab es 745.600 in Österreich, was 8,3 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. 1971 waren es lediglich 22.300. Die Zahl der Juden und Jüdinnen schrumpft hingegen, was auch auf Todesfälle zurückzuführen ist: von 8.100 im Jahr 2001 auf 5.400 (0,1 Prozent der Bevölkerung).
Verfasst am: 16.01.23, 12:12