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Titel: Evangelische Gemeindevertreterwahlen erstmals ab 14 möglich
Autor: MB
Quelle: www.kathpress.at vom 21.1.2023

Zur Wahl stehen vom 1. Oktober bis 5. November über 5.100 Personen, die künftig das Leben in den evangelischen Pfarrgemeinden ehrenamtlich mitgestalten

Bei den Gemeindevertreterwahlen in der Evangelischen Kirche A.B. können heuer erstmals evangelische Christinnen und Christen ab 14 Jahren mitwählen. Bisher lag das Mindestalter bei 18 Jahren, auch die Konfirmation ist für die Wahlberechtigung nicht mehr notwendig. Möglich macht dies eine neue Wahlordnung, wie der evangelische Pressedienst epdÖ berichtete. Diese beinhaltet ebenfalls Veränderungen bei der Briefwahl und beim passiven Wahlalter.

"Die Briefwahl wurde vereinfacht: Die Gemeindevertretung muss beschließen, dass sie die allgemeine Briefwahl in ihrer Gemeinde möchte, dann ist der Weg frei", betonte Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell von der Abteilung Kirchenentwicklung, die für die Vorbereitung und Abwicklung der Wahlen zuständig ist.

Zur Wahl stehen vom 1. Oktober bis 5. November rund 5.140 Personen, die künftig das Leben in den Pfarrgemeinden ehrenamtlich mitgestalten. Aus der Gemeindevertretung wiederum werden das Presbyterium und die Kuratorin bzw. der Kurator gewählt. Die Wahlen der Gemeindevertretung auf der Ebene der Pfarrgemeinde bestimmen letztlich auch die Wahlen und Entscheidungen auf den weiteren Ebenen in der Superintendenz und der gesamtösterreichischen Synode mit.
Verfasst am: 23.01.23, 12:00
Titel: Kirchendach dämmen: Wie Gemeinden das Klima schützen
Autor: MB
Quelle: www.orf.at vom 20.1.2023

Die Umwelt schützen, Ressourcen sparen und die Energiekosten in Grenzen halten – das stellt derzeit auch Religionsgemeinschaften vor große Herausforderungen. Katholische, evangelische und muslimische Gemeinden testen verschiedene Strategien.

Eine katholische Pfarre in Wien nahm diese zum Anlass, selbst Hand anzulegen. Die Aktion „Breitenfeld dämmt – eine Pfarre packt an“ habe Ehrenamtliche „aller Generationen“ in der Pfarre in Wien-Josefstadt zusammengeführt, so eine Sprecherin der Pfarre gegenüber religion.ORF.at. Rund 20 Ehrenamtliche meldeten sich.

Konkret wurden die oberste Geschoßdecke des Pfarrhauses, die Decke des Jungscharzimmers sowie die Gewölbe von Sakristei und Marienkapelle gedämmt. Damit könnten rund ein Drittel der Heizkosten gespart werden, hieß es seitens der Pfarre.

Mehr als 300 Stunden ehrenamtlich
Insgesamt seien mehrere hundert Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet worden. Damit die Dämmung möglich war, wurden bereits Vorarbeiten geleistet: Für die Entrümpelung der zu dämmenden Stellen, das Einlagern des Materials sowie die Isolierung von 100 Laufmetern Zentralheizungsrohren, wurden 140 Stunden ehrenamtlich gearbeitet.

An einem Wochenende halfen insgesamt 21 Personen – Jüngere wie Ältere – bei der Verlegung des Dämmmaterials. „Für die Pfarre ist es eine große Aktion, und ich bin dankbar, dass sich so viele ehrenamtlich in ihrer Freizeit engagieren. Uns in Breitenfeld liegt die Umwelt am Herzen. Wir möchten ein Vorbild sein und Gottes Schöpfung für alle bewahren“, wird der Pfarrer der Gemeinde, Gregor Jansen, zitiert.

Unterstützung seitens der Erzdiözese
Professionelle und finanzielle Unterstützung bekam die Pfarre vom Bauamt der Erzdiözese Wien. Baudirektor Harald Gnilsen über die Initiative „Breitenfeld dämmt“: „Wir unterstützen die Pfarren gerne bei ihren Aktionen zum Energiesparen und kümmern uns um maßgeschneiderte Lösungen. Denn jede Kirche und jedes Pfarrhaus hat seine speziellen Anforderungen.“

Die Kosten von rund 20.000 Euro für das gesamte Material übernimmt das Bauamt. Organisiert wurde die Aktion seitens der Ehrenamtlichen von Bauingenieur Bernhard Schönthaler, Mitglied im Pfarrgemeinderat und des Vermögensverwaltungsrats, und Walter Knizak, ebenfalls Pfarrgemeinderatsmitglied.

Evangelische Gemeinden zeigen Maßnahmen per Videos
Konkrete Maßnahmen evangelischer Pfarrgemeinden im Bereich Klima- und Umweltschutz zeigen zehn Videos, die auf dem YouTube-Kanal der evangelischen Kirche in Österreich veröffentlicht wurden. In den rund zweiminütigen Clips präsentieren die Pfarren aktuelle Projekte und Ideen für die Zukunft. „Das Klima zu schützen, ist eine riesige Aufgabe“, sagte Marie-Christine Mattner, Klimaschutzreferentin der Evangelischen Kirche in Österreich, laut Pressedienst EpdÖ. Dabei gehe es darum, „nicht stehenzubleiben, sondern mit neuem Schwung und Mut weiterzumachen“.

Entstanden ist das Projekt im „Jahr der Schöpfung“, das die evangelische Kirche 2022 begangen hat. In den Beiträgen finden sich „viele Anregungen für andere Pfarrgemeinden, auch im neuen Jahr 2023 und darüber hinaus im Bereich Schöpfungsverantwortung aktiv zu werden“, so der EpdÖ.

Photovoltaik und Lebensmittelrettung
Die Ideen reichen von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Pfarrhauses der Pfarre Korneuburg inklusive Beteiligungsmodell, über eine Müllreinigungsaktion am Inn in Innsbruck bis hin zu Diskussionsformaten und Workshops mit den „Scientists for Future“ in der Pfarrgemeinde Wien-Neubau.

Die evangelische Pfarrgemeinde Gröbming in der Steiermark indes engagiert sich im Bereich Lebensmittelrettung. So werden zweimal pro Woche abgelaufene und von Supermärkten gespendete Lebensmittel „fair-teilt“.

Temperatur in Moscheegebäuden gesenkt
Auch die großen Moscheeverbände der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) stehen vor dieser Frage. Sie versuchten aktuell, den Mehrkosten durch die gestiegenen Energiepreise entgegenzuwirken, so Mohammed Ali Ayer von der Islamischen Föderation Wien im Gespräch mit „Religion aktuell“ in Ö1.

„Die Moscheen leben ja von Mitgliedsbeiträgen. Die Mitglieder wurden gebeten, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, um die Mehrkosten durch die gestiegenen Energiepreise abdecken zu können. Die meisten haben freiwillig die Spenden erhöht.“ Seitens der Glaubensgemeinschaft habe es die Bitte gegeben, außerhalb der Betriebs- und Gebetszeiten die Temperatur in den Moschee- und Gemeindegebäuden abzusenken.

Es gebe auch schon erste Schritte in Richtung Alternativenergie, zum Beispiel in der muslimischen Gemeinde Herzogenburg (Niederösterreich), wo Kostenvoranschläge für Solaranlagen eingeholt worden seien. Das seien erste Schritte in diese Richtung. Viele Gemeinden hätten derzeit zu wenig Budget dafür. Das Energiesparen ist in erster Linie jeder Moschee selbst überlassen. Es gilt: Alles vermeiden, was Energie braucht.

gril, religion.ORF.at/EpdÖ/Agenturen



Verfasst am: 23.01.23, 11:59