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Titel: Gemischte Reaktionen um „Ehe für alle“ ab 2019
Autor: MB
Quelle: www.orf.at vom 12.10.2018

Die Regierung hat sich nun - nach dem Verfassungsgerichtshof - doch für die Ehe für alle ausgesprochen. Erfreut zeigen sich diverse Homosexuellenvereine in der Steiermark; kirchennahe Organisationen sehen das Thema etwas kritischer.

Man sei mit dieser Entscheidung endlich im 21. Jahrhundert angekommen, heißt es etwa von der Opposition. Die Ehe weiterhin nur Heterosexuellen vorzubehalten, sei nicht umsetzbar, sagen die Klubchefs von ÖVP und FPÖ - mehr dazu in „Ehe für alle“ kommt.Regierung gibt sich geschlagen (news.ORF.at).

„Der größte Meilenstein“

Bei Homosexuellenvereinen ist man erleichtert, so Joe Niedermayer, Vorstand der Rosalila PantherInnen: „Für die ganzen vielen Menschen da draußen, die jetzt schon jahrelang gewartet haben, eine Beziehung eingehen wollen, füreinander da sein wollen - für die ist es jetzt der größte Meilenstein.“

Argumente gegen die Homoehe - wie die Tatsache, dass daraus keine Kinder hervorgingen - könne Niedermayer nicht verstehen: „Wenn das eine Voraussetzung wäre, müsste man auch sogenannte Josefsehen verbieten, wenn Menschen heiraten, die nicht mehr zeugungsfähig sind, oder Ehen am Sterbebett. Wir reden da also von juristischen Details.“

Evangelische Kirche abwartend

Die evangelische Kirche wolle die Synode in Wien Anfang Dezember abwarten und erst dann Stellung beziehen. Die katholische Kirche hat indes bis zuletzt an der Unverwechselbarkeit der Ehe in ihrer Doppelfunktion des öffentlichen Gelöbnisses und der Sicherung der Generationenfolge durch Mann und Frau festgehalten, heißt es von Kardinal Christoph Schönborn.

Auch in der Steiermark hieß es im Vorfeld, die standesamtliche „Ehe für alle“ sei eine politische Entscheidung. Das kirchliche Sakrament der Ehe bleibe nach wie vor Mann und Frau mit der Ausrichtung auf Nachkommenschaft vorbehalten.

Sorge um Leihmutterschaft

Sorge bereite das Thema Kinder, sagt Sissi Potzinger vom Katholischen Familienverband: Aus dem Gesetzestext sei zum Thema nur der Begriff „verschiedenen Geschlechts“ aufgehoben worden. Der Passus „Zeugen von Kindern“ sei geblieben. Unter Gleichgeschlechtlichen ist das biologisch gesehen schwierig: „Wenn diese jetzt einen Rechtsanspruch auf Kinder ableiten, besteht die Gefahr, dass sie dann ein Recht auf Leihmutterschaft einklagen.“

Für Potzinger ist hier also das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Gefahr der Leihmutterschaft müsse ausgeschlossen werden. Hierzu verlange man, dass im Verfassungrang noch einmal geregelt wird, dass die Leihmutterschaft in Österreich verboten bleibt, so Potzinger.

Erste gleichgeschlechtliche Ehe geschlossen

In Europa sind es ab Jänner dann mit Österreich 16 Länder, in denen Homosexuelle am Standesamt heiraten dürfen. Die ersten waren im Jahr 2001 die Niederlande. In Österreich wurde am Freitag bereits die erste gleichgeschlechtliche Ehe ist bereits geschlossen - mehr dazu in Erste Ehe eines gleichgeschlechtlichen Paares (wien.ORF.at).
Verfasst am: 16.10.18, 09:15
Titel: Evangelische Akademie Wien
Autor: MB
Quelle: Newsletter der Evang. Akademie vom 27.9.2018



Vorschau November

Di, 6. November, 19 Uhr,
Albert Schweitzer Haus, Kapelle (4. Stock)

"Von Gottesmördern und Brunnenvergiftern“
Christlicher Antijudaismus zwischen Theologie und Mythologie

Der im christlichen Antijudaismus wurzelnde Antisemitismus gehört zu den ältesten Vorverurteilungskomplexen.
Wie wurden antijudaistische Einstellungen theologisch argumentiert? Finden sich Unterschiede in der evangelischen und katholischen Tradition oder fand ein „Ideentransfer“ über die konfessionellen Grenzen hinweg statt? Wie verhalten sich Antijudaismus und Antisemitismus zueinander? Menschen jüdischen Glaubens erleiden gegenwärtig wieder eine Zunahme antisemitischer Erfahrungen. Wo liegen die Ursachen?

Julia Spichal, Institut für Religionspädagogik der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien
Gerhard Langer, Institut für Judaistik der Universität Wien
Nikolaus Rappert, Pfarrer der deutschsprachigen orthodoxen Gemeinde

Moderation:
Martin Jäggle, Christlich-Jüdischer Koordinierungsausschuss

Kooperation: Katholischer Akademiker/innenverband

Adresse: Albert Schweitzer Haus,
Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien
Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen bitten wir jedoch um Anmeldung

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Do, 29. November, 19 Uhr,
Albert Schweitzer Haus, Kapelle (4. Stock)

Sola Scriptura - Im Gespräch mit der Bibel
Psalmen - Segen oder Fluch?

Für den Theologen und Schriftsteller A. Stadler sind Psalmen Gebete von hoher Emotionalität. Sie orientieren sich am Herzen aufgewühlter oder begeisterter, deprimierter, hilfloser oder dankbarer Menschen. Sie reden zu Gott, der personal und zugewandt gedacht ist. Lob und Dank bezeugen Erfahrungen von Glück, Segen.
Die sogenannten Fluchverse sind Zeugnisse der Ohnmacht, der Verzweiflung. Sie überlassen aber die gewalttätige Rache für erlittenes Unrecht Gott. Gemeinsames Nachdenken über Gott und Bilder von ihm wird vielleicht manches klären.

Input und Gespräch mit Barbara Rauchwarter, Evangelische Theologin


Ort: Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien
Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen bitten wir jedoch um Anmeldung.

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Vorschau Dezember

Mo, 3. Dezember, 19 Uhr,
Albert Schweitzer Haus, Kapelle (4. Stock)

Ecclesia Semper Reformanda Est

Kirchen sind seit Jahrhunderten erfolgreiche Institutionen. Sie haben sich gewandelt, an gesellschaftliche Entwicklungen angepasst, diese mitgestaltet. Auch gegenwärtig sind Kirchen mit der Aufgabe konfrontiert, ihre gesellschaftliche Bedeutung zu vermitteln. Das umfasst inhaltliche und strukturelle Fragen. Welches Verständnis von Kirche hat in der heutigen Gesellschaft Zukunft? Was sind zentrale Herausforderungen?

Gerhild Herrgesell, Oberkirchenrätin für Kirchenentwicklung, Evangelische Kirche A.B. in Österreich
Walter Lüssi, Kirchenratsschreiber der Reformierten Kirche Zürich, Präsident des Oikosnet Europe
Petra Mandl, Superintendentialkuratorin, Evang. Diözese A.B. Wien, Vorsitzende des Projekts „Wir sind Wien“
Rüdiger Noll, Geschäftsstelle Evangelische Akademien, Bereichsleitung Europa und Ökumene

Moderation: Julia Schnizlein, Vikarin

Ort: Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien
Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen bitten wir jedoch um Anmeldung.

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Verfasst am: 05.11.18, 12:01