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Titel: Steirische Kirchenvertreter: Stillstand in der Ökumene überwinden
Autor: MB
Quelle: www.kathpress.at vom 21.11.2022

Ökumenische Forum Steiermark und steirischer Landtag luden zum Jahresempfang ins Grazer Landhaus - Forumsvorsitzender Stadtpfarrpropst Leibnitz: Den ökumenischen Dialog intensiv weiterführen

Das Ökumenische Forum Steiermark und der steirische Landtag luden dieser Tage wieder zum Jahresempfang ins Grazer Landhaus, wie die Diözese Graz-Seckau am Montag mitteilte. Christian Leibnitz, Grazer Stadtpfarrpropst und Vorsitzender des Forums, richtete in seinen Grußworten einen "selbstkritischen" Appell an alle Teilnehmenden, den ökumenischen Dialog intensiv weiterzuführen. Wörtlich hielt Leibnitz fest: "Als ökumenisch Engagierte haben wir oft den Eindruck, dass es in der Ökumene einen Stillstand gibt und das Ringen um weitere Schritte der Annäherung und der Einsatz für den gemeinsamen Auftrag nachgelassen haben. Wir dürfen uns in einer Zeit, die zunehmend von Säkularisierung geprägt ist und von divergierenden Gruppierungen, nicht auseinanderdividieren lassen".

Der Forumsvorsitzende verwies auf den unlängst in Graz zu Gast gewesenen Kurienkardinal Kurt Koch, der von einer Ökumene der Liebe und der Geschwisterlichkeit gesprochen hatte. "In einer solchen familiären Verbundenheit darf das gemeinsame Mahl nicht fehlen", fügte Leibnitz hinzu, "damit würden wir die durch den Heiligen Geist zu Pfingsten für immer gestiftete Einheit endlich wieder sichtbar und erfahrbar machen".

Der Vorsitzende des Ökumenischen Forums sprach auch den Vertrauensverlust in der Gesellschaft an, von dem alle politischen Parteien, die Kammern, Vereine und viele gesellschaftliche Institutionen und Einrichtungen betroffen seien: "Wir brauchen uns alle in gegenseitiger Unterstützung, um in den gegenwärtigen Krisenzeiten Solidarität zu üben und denen, die am meisten unter die Räder kommen, zu helfen." Ein gemeinsamer Beitrag zur gesellschaftlichen Versöhnung sei ebenso gefragt, betonte Leibnitz. Und er hob die gemeinsame Verantwortung der Kirchen für das Gemeinwohl und den Zusammenhalt in der Gesellschaft hervor.

Landtagspräsidentin Manuela Khom freute sich, zum diesjährigen Jahresempfang des Ökumenischen Forums nach einer pandemiebedingten Auszeit von zwei Jahren wieder ins Grazer Landhaus einladen zu können. "Kirche - Politik - Gesellschaft, das ist ein Spannungsfeld, das sich in der krisenhaften Zeit einer Gesundheitspandemie besonders aufgeladen hat. Um eine geteilte Gesellschaft wieder als Ganzes erreichen zu können, kommt es auf den Dialog an. Daher freut es mich außerordentlich, dass dieser heute wieder in gewohntem Rahmen stattfinden kann", so Khom.

Im Rahmen des Empfangs wurde u.a. auch die Streichung des Karfreitags als Feiertag der evangelischen Christinnen und Christen (sowie der Altkatholiken) kritisiert. Weitere Themen waren Bildungs- und Friedensarbeit sowie Klimagerechtigkeit. Den besonderen Wert der Religionen strich Christian Lagger, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Ordensspitäler, heraus: "Die Religionen sind als Quelle für Politik und Demokratie besonders wichtig, weil es bei ihnen um das Existentielle geht."

Dem Ökumenischen Forum gehören die Altkatholische Kirchengemeinde Graz, die Baptistengemeinde Graz, die Diözese Graz-Seckau, die Evangelisch-Methodistische Kirche in der Steiermark, die Evangelische Kirche A.B. Steiermark, die Neuapostolische Kirche Österreich, die Griechisch-orthodoxe Kirche, die Koptisch-orthodoxe Kirche in der Steiermark sowie die Rumänisch-orthodoxe Kirche in der Steiermark an. Beobachterstatus haben zudem die Armenisch-apostolische Kirche und die Russisch-orthodoxe Gemeinde in Graz.

(Infos: www.oekumenischesforum.at)
Verfasst am: 23.11.22, 07:13
Titel: Evangelische Pfarrgemeinde Korneuburg mit diözesanem Umweltpreis ausgezeichnet
Autor: MB
Quelle: www.glaube.at vom 20.11.2022

Für ein innovatives Sonnenstrom-Projekt wurde die evangelische Pfarrgemeinde Korneuburg neben sechs weiteren niederösterreichischen Pfarrgemeinden am 17. November im Rahmen einer Feier im Stift Melk mit dem diözesanen Umweltpreis ausgezeichnet.

Die Pfarrgemeinde hatte eine Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach und dem Dach des Pfarrhauses installiert, mit der sie Sonnenstrom auch jenen Bürger zugänglich macht, die selbst keine Photovoltaik-Anlage errichten können. Die Finanzierung erfolgt über Bürgerbeteiligung. „Um diese Anlage finanzieren zu können, wurde ein herausragendes Projekt entwickelt“, betonte Inge Janda, Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, in ihrer Laudatio. Dazu habe man Personen gesucht, die für 1.000 Euro Sonnenstrom kauften. Den Betrag erhalten diese nach Fertigstellung der Anlage mit Zinsen in kWh zurück.

„Abgewickelt wird dies über dem Strom-Marktplatz der eFriends; dieses Unternehmen hat sich auf das Teilen von Strom spezialisiert“, erklärte Janda. Damit sei es möglich, Strom von der Pfarrgemeinde an die einzelnen privaten Haushalte weiterzuleiten. Der nicht selbst verbrauchte Strom werde in das Netz der eFriends gegen handelsübliche Gebühr eingespeist. Alle bislang 12 Mitglieder-Haushalte kommen derzeit aus dem Bezirk Korneuburg und aus Wien. Eine Mitgliedschaft ist aus ganz Österreich möglich.

„Ich finde am Korneuburger Projekt wunderbar, dass es nicht nur eine pfarrgemeinde-interne Aktion ist, sondern dass Kirche insgesamt in der Gemeinschaft wirkt“, sagte der niederösterreichische Superintendent Lars Müller-Marienburg bei der Preisverleihung. „Die Kirche nutzt das, was sie hat – in diesem Fall eine Immobilie, auf deren Dach die Photovoltaikanlage errichtet wurde – und 16 Haushalte können dadurch auf sauber produzierten Strom zugreifen“, so Müller-Marienburg.

Die weiteren Preisträger: Das katholische Bildungswerk Emmersdorf wurde mit dem Umweltpreis ausgezeichnet, weil Pflanzenpatinnen und -paten für wildwachsende Pflanzen das Staunen über die Schöpfung fördern und die Erhaltung der Artenvielfalt bewusst machen. Die Pfarre Maria Laach wurde für die Revitalisierung ihres Pfarrsaals mit alter Substanz, Nachhaltigkeit und moderner Architektur ausgezeichnet. Alter, wertvoller Bestand wurde nicht nur erhalten und geschützt, sondern hervorgehoben. Auch das Stift Melk, das etwa die Hälfte des dort benötigten Stromes künftig selbst produziert, zählt zu den Preisträger*innen. Anfang Juli wurde dort die neu errichtete Photovoltaikanlage mit 1.620 Solarmodulen in Betrieb genommen.

In der rumänisch-orthodoxen Pfarre „Hl. Hyppolit und Hl. Märtyrer Brancoveni“ in St. Pölten wurde in den vergangenen drei Jahren der Garten neu angelegt. Dabei wurden 40 verschiedene Obstbäume gesetzt, ebenso Himbeeren, Brombeeren, Sanddorn und Erdbeeren und andere Sträucher gepflanzt. Darüber hinaus wurde die Pfarre Laa an der Thaya für “Akzente zum Wohle der Schöpfung” in vielen Bereichen des pfarrlichen Lebens ausgezeichnet: von der Reise mit der Bahn nach Assisi über das Basteln von Insektenhotels am Jungscharlager bis hin zur Neuanlage des Pfarrhofgartens. Ebenso prämiert wurde die Pfarre Mistelbach aus der Erzdiözese Wien. Die Pfarre hatte Energiesparmaßnahmen, etwa die teilweise Erneuerung von Fenstern, ein neues Beleuchtungskonzept auf LED-Basis und zusätzliche Lüftungsgitter für die Heizungen, umgesetzt.

Verliehen werden die diözesanen Umweltpreise von je 1.000 Euro jährlich von der Evangelischen Kirche, der Katholischen Aktion (KA) der Diözese St. Pölten gemeinsam mit der Erzdiözese Wien und dem Land Niederösterreich. Ziel des seit 2011 verliehenen Preises war es zunächst, gute Projekte vor den Vorhang zu holen und insbesondere der kirchlichen Öffentlichkeit als Vorbilder zu präsentieren. Die Erfahrung zeigte, dass Pfarrgemeinden, die einmal oder mehrmals am Umweltpreis teilgenommen haben, ihre Bemühungen für Umwelt- und Klimaschutz fortführen und häufig ausweiten.
Verfasst am: 23.11.22, 07:10