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Titel: Dogan Akhanli eröffnet Europäische Toleranzgespräche 2018 in Fresach
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 14.2.2018

Türkei-kritischer Schriftsteller spricht über Sehnsucht nach Europa

Der türkisch-deutsche Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist Dogan Akhanli wird am 17. Mai die Europäischen Toleranzgespräche im Kärntner Bergdorf Fresach eröffnen. Im vergangenen Jahr wurde Akhanli aufgrund eines türkischen Interpol-Haftbefehls in Spanien festgehalten und erst nach wochenlangen Interventionen der Bundesregierung in Berlin wieder freigelassen. Beobachtern zufolge gilt der Haftbefehl als politisch motiviert, da sich Akhanli immer wieder öffentlich zum türkischen Genozid an den Armeniern 1915 bis 1917 äußerte, der von Seiten der Türkei bestritten wird. Akhanli widmet seine Rede in Fresach dem Leitthema der heurigen Toleranzgespräche „Sehnsucht nach Europa. Über die Suche nach dem verlorenen Paradies“. Er freue sich schon auf die Tage in Kärnten, so der Schriftsteller in einer ersten Stellungnahme.

Akhanli, geboren 1957 in der Osttürkei, engagiert sich seit seiner Jugend für die Unteilbarkeit der Menschenrechte und den ehrlichen Umgang mit historischen Gewalttaten, Unterdrückung und politischer Verfolgung. Mit 18 Jahren saß er zum ersten Mal in Untersuchungshaft, nachdem er eine linksorientierte Zeitschrift gekauft hatte. Als Mitglied der türkischen kommunistischen Partei ging Akhanli nach dem Militärputsch im Jahr 1980 in den Untergrund. Ab 1985 verbrachte er mit seiner Frau Ayse und ihrem 16 Monate alten gemeinsamen Sohn über zweieinhalb Jahre im Militärgefängnis von Istanbul. 1991 erhielt er in Deutschland politisches Asyl, seit 1995 lebt er in Köln. 2010 wurde er bei der Einreise in die Türkei unter dem Vorwurf der Teilnahme an einem Raubüberfall im Jahr 1989 festgenommen, später aber freigelassen und aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nach einer Revision des Urteils wurde Akhanli 2017 auf Betreiben der Türkei in Spanien erneut festgehalten. Sein vielfach ausgezeichnetes Werk umfasst Romane, Theaterstücke und Aufsätze, die zum Teil auf Deutsch vorliegen.
Verfasst am: 15.02.18, 09:38
Titel: Weltgebetstag der Frauen für Friedensnobelpreis vorgeschlagen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 14.2.2018

Deutsche Fraueninitiative sammelte 44.000 Unterschriften

Der diesjährige Friedensnobelpreis könnte an das Internationale Komitee des ökumenischen Weltgebetstags der Frauen verliehen werden. Zumindest, wenn es nach der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (Deutschland) geht. Sie hat in den vergangenen Monaten 44.000 Unterschriften in Deutschland, Österreich, Ungarn und der Schweiz gesammelt sowie vorschlagsberechtigte Persönlichkeiten für ihre Initiative gewonnen.

Ziel war es, mit einer Fülle an Unterstützungserklärungen ein Friedensforschungsinstitut, Regierungsmitglieder oder vorschlagsberechtigte Wissenschaftler bis Ende Jänner dafür zu gewinnen, die Nominierung beim Norwegischen Nobelkomitee einzureichen, um die gesellschaftspolitische christliche Arbeit von ehrenamtlichen Frauen für Frauen in aller Welt zu würdigen. „Dies ist uns auch gelungen“, wie Claudia Montanus von der westfälischen Frauenhilfe dieser Tage mitgeteilt hat. Verliehen wird der nächste Friedensnobelpreis im Dezember 2018.

Der jeweils am ersten Freitag im März begangene Weltgebetstag wird jährlich von einer ökumenischen Arbeitsgruppe eines bestimmten Landes vorbereitet. Bei Gottesdiensten in 180 Ländern feiern nicht nur Frauen, sondern auch Männer und Kinder. Der Weltgebetstag geht auf eine Initiative methodistischer Frauen aus dem Jahr 1927 zurück, seit 1956 gibt es ein ökumenisches Arbeitskomitee, seit 1975 auch ein österreichisches Nationalkomitee.

Heuer findet der Weltgebetstag am 2. März statt und widmet sich unter dem Motto „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ der Schöpfungsverantwortung in Surinam. Im kleinsten Land Südamerikas bedrohen Abholzung und illegaler Rohstoff-Abbau nicht nur den Regenwald, sondern auch die Lebensbedingungen der Menschen. In Österreich finden dazu rund 370 Gottesdienste in Gemeinden unterschiedlicher Konfession statt. Weitere Informationen: www.weltgebetstag.at
Verfasst am: 15.02.18, 09:38